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30. Januar 2020   032/20    Forschung

Neue Ideen für ländliche Räume

Forschungsprojekt mit Oldenburger Beteiligung vergleicht Ansätze aus verschiedenen europäischen Ländern

Oldenburg. Viele ländliche Regionen in Deutschland stehen vor einem großen Problem: Da, wo immer weniger Menschen leben, wird die Grundversorgung schwierig. Es mangelt zum Beispiel an Ärzten, Pflegeeinrichtungen oder Freiwilligen für die Feuerwehr. Wie sich wichtige Dienstleistungen in Gesundheit und Pflege, nachschulischer Bildung und Brandbekämpfung auch abseits der Städte sicherstellen lassen, wollen Forscherinnen und Forscher der Universitäten Oldenburg, Hannover und Dresden sowie der Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover und des Johann Heinrich von Thünen-Instituts in Braunschweig untersuchen. „Innovative Ansätze der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen – Lernen von Erfahrungen anderer europäischer Länder für Deutschland“, kurz InDaLE, lautet der Titel ihres Forschungsprojekts. Das Vorhaben wird von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bis Mitte 2022 mit insgesamt rund 900.000 Euro gefördert.

Das Oldenburger Team unter Leitung von Prof. Dr. Ingo Mose hat die Federführung für das Teilprojekt zur nachschulischen Bildung übernommen. „Wir wollen Beispiele aus anderen Ländern Europas analysieren und untersuchen, ob sich erfolgreiche Ansätze auf Deutschland übertragen lassen“, erläutert Mose. Er leitet an der Universität Oldenburg die Arbeitsgruppe Angewandte Geographie und Umweltplanung und ist außerdem Sprecher des Arbeitskreises Ländliche Räume in der Deutschen Gesellschaft für Geographie. Das Projektteam plant, sich dabei auf Schottland und Schweden zu konzentrieren. Diese Länder sind zum Teil deutlich dünner besiedelt als Deutschland und stehen daher schon länger vor der Herausforderung, alle Bürger angemessen zu versorgen.

Bildung ist, wie Mose betont, eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich eine Region gut entwickeln kann. Um herauszufinden, wie sich Bildungsangebote auch in entlegenen Regionen realisieren lassen, will das Oldenburger Team auf erfolgreiche Beispiele in Schottland und Schweden blicken. Dort stellen Bildungseinrichtungen über Formen des Teleteachings Angebote für Menschen in der Peripherie bereit, zum Beispiel universitäre Studienangebote, aber auch berufsbegleitende Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. „Mit den Möglichkeiten der modernen Informationstechnologie kann man die Menschen da erreichen, wo sie sind“, ist Mose überzeugt.

Ob und wie derartige Konzepte auf Deutschland übertragbar sind, soll gegen Ende des Forschungsprojekts untersucht werden. Die Forscherinnen und Forscher wollen passende Gemeinden in ländlichen Räumen Deutschlands identifizieren, um dort Anknüpfungspunkte für konkrete Handlungsansätze zu finden. Über Workshops, Bürgerversammlungen oder Interviews wollen sie mit Verantwortlichen und Bürgern in Kontakt kommen und exemplarisch zu diskutieren, welche Ansätze Erfolg haben könnten.

Die Projektkoordination liegt bei Prof. Dr. Winrich Voß von der Universität Hannover. Das Vorhaben InDaLE wird im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung gefördert.

Weblinks

Bilder

  

Prof. Dr. Ingo Mose. Foto: Universität Oldenburg

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Kontakt

Prof. Dr. Ingo Mose, Tel.: 0441/798-4692, E-Mail:

(Stand: 20.04.2022)