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23. Oktober 2020   169/20    Personalie

Rechtswissenschaftler Jürgen Taeger in den Ruhestand verabschiedet

Oldenburg. Mit einer Abschiedsvorlesung hat sich Prof. Dr. Prof. h. c. Jürgen Taeger, seit 1997 Hochschullehrer für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht sowie Rechtsinformatik an der Universität Oldenburg, am heutigen Freitag im feierlichen Rahmen von Freunden, Kollegen und Weggefährten verabschiedet. Prof. Dr. Rudolf Schröder, Dekan der Fakultät II Informatik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, würdigte in seiner Rede Taegers außergewöhnliches Engagement für die Weiterentwicklung der Universität in den vergangenen 23 Jahren: „Jürgen Taeger hat maßgeblich mitgewirkt an der Gründung der Hanse Law School, des Centers für lebenslanges Lernen (C3L) und des Interdisziplinären Zentrums für Recht der Informationsgesellschaft (ZRI). Zudem hat er zahlreiche Aufgaben in der akademischen Selbstverwaltung wahrgenommen“, betonte Schröder. Taeger widmetet sich in seiner Abschiedsvorlesung, die aufgrund der Pandemie nur im kleinen Kreis stattfinden konnte, dem Thema „Produkthaftung für fehlerhafte Algorithmen der Künstlichen Intelligenz“. Kollegen würdigten das Wirken des Rechtswissenschaftlers mit einer Festschrift, die sie ihm überreichten.  

Taeger studierte Sozial- und Rechtswissenschaften in Berlin und Hannover. Der Promotion im Jahr 1987 folgte 1994 die Habilitation in Hannover. Bevor er 1996 dem Ruf nach Oldenburg folgte, war er an den Universitäten Lüneburg, Hannover, Greifswald und Frankfurt/Oder tätig.

In seiner Forschung beschäftigt sich Taeger mit dem Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht und verschiedenen wissenschaftlichen Aspekten des Informationsrechts, unter anderem mit dem Datenschutzrecht, Internetrecht und Rechtsfragen des Onlinehandels und des autonomen Fahrens.

Auf dem Gebiet des Datenschutzes berät Taeger bundesweit zahlreiche mittelständische und große Unternehmen. Seit 2010 gehört er dem Datenschutzbeirat der Deutschen Bahn an und vor wenigen Monaten – im Juni 2020 – berief Bundesarbeitsminister Hubertus Heil den Rechtswissenschaftler in den Expertenbeirat Beschäftigtendatenschutz seines Ministeriums. Taeger ist Mitherausgeber eines Großkommentars zum Bundesdatenschutzgesetz und Verfasser zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge zum Datenschutzrecht.

In der akademischen Selbstverwaltung der Universität Oldenburg engagierte sich Taeger unter anderem als Dekan, Prodekan und Senatsmitglied sowie im Fakultätsrat. Von 2002 bis 2019 leitete er als Direktor das Institut für Rechtswissenschaften, von 2003 bis 2009 das von ihm mitgegründete „Center for Distributed eLearning“, das 2006 im C3L aufging. Zudem stand der Rechtswissenschaftler von 2005 bis 2008 dem Bereich Multimedia- und Internettechnologien am OFFIS – Institut für Informatik vor.

Taeger zählt zu den Initiatoren des internationalen rechtswissenschaftlichen Ausbildungsprojekts „Hanse Law School“, das die Universitäten Oldenburg und Bremen seit 2002 in enger Kooperation mit der Rijksuniversiteit Groningen anbietet. 2007 rief er gemeinsam mit Kollegen den berufsbegleitenden Masterstudiengang Informationsrecht (LL.M.) ins Leben, dessen Leitung er bis 2020 innehatte. Als Initiator und Direktor des 2017 gegründeten „Interdisziplinären Zentrums für Recht der Informationsgesellschaft (ZRI)“ rückte Taeger den juristischen Regulierungsbedarf der Digitalisierung in den Fokus.

2004 zählte der Rechtswissenschaftler zu den Stiftern der Deutschen Stiftung für Recht und Informatik (DSRI) mit Sitz in Oldenburg, deren Vorstandsvorsitzender er seitdem ist. Die Stiftung fördert die Ausbildung von Juristen und Informatikern auf dem Gebiet des Informationsrechts. Seit dem Jahr 2009 ist Taeger zudem Vorstandsmitglied der Stiftung der Oldenburgischen Landesbank, von 2010 bis 2020 war er Studienleiter der von der Universität Oldenburg mitgetragenen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Oldenburg e.V. (VWA). Seit 2010 ist der Rechtswissenschaftler Gastprofessor an den rumänischen Universitäten Transilvania in Brasov und Babeş-Bolyai in Cluj-Napoca, wo er jährlich die „Rumänisch-Deutsche Konferenz zum Europäischen Informationsrecht“ organisiert. 2019 verlieh ihm die Babeş-Bolyai-Universität den Titel eines „Professor honoris causa“.

Bilder

  

Prof. Dr. Prof. h.c. Jürgen Taeger. Foto: Universität Oldenburg

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Kolleginnen und Kollegen überreichten Jürgen Taeger (2. v. l.) zum Abschied eine Festschrift. Von links nach rechts: Die Herausgeber Prof. Dr. Christian Heinze (Universität Heidelberg), Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider (Universität Bonn), Oliver Thomsen (Leiter der Rechtsabteilung bei CEWE). Foto: Britta Müller

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(Stand: 09.06.2021)