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5. Juli 2021   119/21    Studium und Lehre / Hochschulpolitik

Den interreligiösen Dialog fördern: 25 Jahre Jüdische Studien an der Universität Oldenburg

10 Jahre Kooperation mit Leo-Trepp-Lehrhaus der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg

Oldenburg. Seit 1995 rückt die Universität Oldenburg mit dem Studienangebot „Interkulturelle Jüdische Studien“ jüdisches Leben in Deutschland und interreligiöse Bildung in das Bewusstsein der Hochschule und einer interessierten Öffentlichkeit. Mit einem Festakt am gestrigen Sonntag, 4. Juli, würdigten nun Universitätsangehörige sowie geladene Gäste das 25-jährige Jubiläum der Jüdischen Studien sowie die inzwischen zehnjährige Zusammenarbeit mit dem Leo-Trepp-Lehrhaus der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg. In einer Finissage thematisierten zudem Studierende der Universität ihren Beitrag zu der Ausstellung „Le'Chaim! Jüdisches Leben in Oldenburg“, die derzeit als Teil des bundesweiten Festjahres „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ im Oldenburger Landesmuseum zu sehen ist. Zu den Gästen des Abends gehörten unter anderem der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, die 1. Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg, Dr. Elisabeth Schlesinger, der Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, die Oberkirchenrätin der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, Gudrun Mawick, der Offizial und Weihbischof des Bischöflich Münsterschen Offizialats aus Vechta, Wilfried Theising, sowie die Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Oldenburg e. V. Elke Heger.

„Mit unseren Aktivitäten und Lehrangeboten möchten wir zeigen, dass das Judentum ein integraler Teil der europäischen und deutschen Geschichte und Kultur ist“, sagte Prof. Dr. Andrea Strübind, Hochschullehrerin für Kirchengeschichte und Vorsitzende der Interkulturellen Jüdischen Studien während des Festakts in der Jüdischen Gemeinde. „Unser Ziel ist, Studierende zu kulturellen Mittlern zwischen jüdischer und christlicher Tradition auszubilden und auch im Bezug zum Islam Wissenstransfer zu leisten.“ Die interreligiöse Bildung und Begegnung sei wichtig in einer Zeit, die von polarisierten Debatten geprägt sei, etwa über Migration, und in der ein gesellschaftlicher Antisemitismus wieder erstarke, betonte Strübind.

Die Festrede hielt der ehemalige Präsident der Universität, Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Daxner, der während seiner Amtszeit die Gründung der Jüdischen Studien angestoßen hatte. Daxner betonte, dass das akademische Klima an der Hochschule und der Kontakt zur Jüdischen Gemeinde in Oldenburg damals gute Voraussetzungen dafür geboten hätten. Die Beteiligten hätten auch zeigen wollen, dass es eine jüdische Identität und Geschichte gebe und keinen deutschen Vorrang in der Auswahl der historischen und strukturellen Merkmale.

Bei der Finissage im Landesmuseum gaben Studierende der Universität unter Leitung ihrer Dozentin Dr. Carina Branković Einblicke in ihre Ausstellungsarbeit zum Leben und Wirken des Oldenburger Rabbiners Leo Trepp, die als ein studentisches Projekt neben weiteren in der Ausstellung zu sehen ist. An dieser Runde nahm auch die in den USA lebende Witwe des Rabbiners, Gunda Trepp, teil, an einer weiteren Gesprächsrunde zuvor auch Frau Rabbiner Bea Wyler als weiterer Ehrengast. Die musikalische Begleitung beider Veranstaltungen hatte das Jerusalem Duo mit der Harfenistin Hila Ofek und dem Saxofonist Andre Tsirlin übernommen - gefördert vom Kulturprogramm des Zentralrates der Juden.

Die Interkulturellen Jüdischen Studien an der Universität

Die Jüdischen Studien waren von Beginn an interdisziplinär zwischen Philosophie, Theologie und Geschichte ausgerichtet und zunächst als Magisternebenfach angeboten worden. 2011 führte die Universität ein Master-Zertifikatsprogramm ein, mit dem sich Studierende der Geisteswissenschaften zusätzlich qualifizieren können. Ebenfalls seit 2011 kooperiert die Universität eng mit dem Leo-Trepp-Lehrhaus der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg. Regelmäßige gemeinsame Vortragsveranstaltungen und Seminare sowie Praktika von Studierenden in der Jüdischen Gemeinde ermöglichen interreligiöse Dialoge und Begegnungen. In diesem Sinne haben die Jüdischen Studien auch die Konzeption des seit 2020 bestehenden breiter aufgestellten Professionalisierungsprogramms „Transkulturelle interreligiöse Studien“ inspiriert, das für Bachelor-Studierende aller Fachrichtungen offen ist. Sie sind damit wichtiger Bestandteil des neuen Professionalisierungsprogramms.

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Seit 10 Jahren kooperiert die Universität Oldenburg mit dem Leo-Trepp-Lehrhaus der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg, seit mehr als 25 Jahren gibt es die Arbeitsstelle Interkulturelle Jüdische Studien an der Universität Oldenburg. Zum Festakt in der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg kamen zusammen (v. li.): Prof. Dr. Andrea Strübind, Vorsitzende der Arbeitsstelle Interkulturelle Jüdische Studien, Elke Heger, Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Oldenburg e. V., Gudrun Mawick, Oberkirchenrätin Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland,
Prof. Dr. Dagmar Freist, Dekanin der Fakultät IV – Human- und Gesellschaftswissenschaften Universität Oldenburg, Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Daxner, ehemaliger Präsident Universität Oldenburg, Prof. Dr. Verena Pietzner, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales Universität Oldenburg, Jürgen Krogmann, Oberbürgermeister Oldenburg, Dr. Elisabeth Schlesinger, 1. Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg, und Wilfried Theising, Offizial und Weihbischof des Bischöflich Münsterschen Offizialats aus Vechta. Foto: Markus Hibbeler/ Universität Oldenburg

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Kontakt

Prof. Dr. Andrea Strübind, E-Mail:

(Stand: 09.06.2021)