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30. September 2021   169/21    Forschung

Deutsch-Lehrkräfte in der Pandemie

Studie untersucht Verhältnis von Lehrerinnen und Lehrern zu digitalen Medien

Oldenburg. Wie vertraut sind Deutsch-Lehrkräfte mit digitalen Medien, und wie hat sich die Corona-Pandemie auf ihre fachspezifische Nutzung dieser Medien ausgewirkt? Diese Frage untersucht ein Forschungsteam um den Literaturdidaktiker Prof. Dr. Jörn Brüggemann von der Universität Oldenburg im Projekt GETDIME. An dem Projekt, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) vom 1. Oktober an für ein Jahr mit rund 50.000 Euro fördert, sind neben Brüggemann der Literaturdidaktiker Prof. Dr. Volker Frederking von der Universität Erlangen-Nürnberg sowie die Bildungsforscher Prof. Dr. Benjamin Nagengast und Prof. Dr. Ulrich Trautwein von der Universität Tübingen beteiligt.

Ziel des Projekts ist es, erstmals konkrete Daten dazu zu sammeln, wie Deutsch-Lehrkräfte hierzulande digitale Medien fachspezifisch nutzen, welche Einstellungsmuster sie gegenüber den Optionen eines digitalen Deutschunterrichts kultiviert haben und unter welchen Bedingungen sich diese Muster verändern. Das Forschungsteam möchte in zwei Studien ermitteln, wie die Ausgangslage vor der Pandemie war und was sich durch das Distanzlernen während der Coronakrise verändert hat. GETDIME steht für „Effects of the Covid Pandemic on German Langage and Literature Teachers and their Familiarity with, Use of and Views on Digital Media“.

Für den ersten Teil ihres Vorhabens greifen die Forschenden auf bislang nicht ausgewertete Daten der internationalen Schulleistungsstudie ICILS 2018 („International Computer and Information Literacy Study“) zurück. Diese Untersuchung ermittelte 2018, wie gut die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der achten Jahrgangsstufe in verschiedenen Ländern im Umgang mit Computern und Informationen waren, auch Lehrkräfte wurden befragt. Das Team um Brüggemann will mit Hilfe dieser Daten etwa herausfinden, wie sich die Einstellungs- und Nutzungsmuster der Deutsch-Lehrkräfte zu digitalen Medien von anderen Fachlehrinnen und Fachlehrern in Deutschland sowie von Lehrkräften für die jeweilige Muttersprache in anderen Ländern unterschieden.

Im zweiten Teil des Projekts analysieren die Forschenden Daten, die sie in einer Online-Fragebogenstudie zum digitalen Distanzlernen im Deutschunterricht selbst erhoben haben. Daran hatten während des ersten sogenannten Lockdowns im Frühjahr 2020 und während des zweiten Lockdowns ab Mitte Dezember 2020 rund 2.000 Deutschlehrkräfte aus mehreren Bundesländern teilgenommen. Die erhobenen Einstellungs- und Nutzungsmuster vergleicht das Team mit denen des ersten Projektteils. Darüber hinaus wollen Brüggemann und seine Kollegen herausfinden, unter welchen Bedingungen die Bereitschaft von Lehrkräften steigt, digitale Unterrichtsoptionen für das Fach Deutsch zu nutzen. „Fachspezifische Kompetenzen wie digitales Lesen und Schreiben, digitales Erzählen, digitales Gestalten oder Interpretieren gehören – neben den analogen Formen – zum Profil eines zeitgemäßen Deutschunterrichts“, betont Brüggemann.

Weblinks

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Prof. Dr. Jörn Brüggemann, E-Mail:

(Stand: 09.06.2021)