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Matthias Bormuth

24. Februar 2022   031/22    Forschung

Oldenburger Philosoph Matthias Bormuth erhält renommierten Magrit-Egnér-Preis

Oldenburg. Der Philosoph Prof. Dr. Matthias Bormuth, Hochschullehrer für Vergleichende Ideengeschichte an der Universität Oldenburg, erhält den renommierten Margrit-Egnér-Preis. Vergeben wird die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung vom Stiftungsrat der schweizerischen Dr. Margrit Egnér-Stiftung. Diese würdigt mit ihrem Preis Persönlichkeiten, die durch ihr Lebenswerk oder das Verfassen hervorragender Arbeiten zu einer humaneren Welt beitragen, in der der Mensch in seiner Ganzheitlichkeit im Mittelpunkt steht. Die feierliche Preisverleihung, die unter dem Leitthema „Ars psychiatrica? lm Spannungsfeld von Evidenzen, Werten und Subjektivität“ steht, findet am 10. November 2022 an der Universität Zürich statt.

Der 58-jährige Bormuth lehrt und forscht seit dem Jahr 2012 am Institut für Philosophie der Universität. Als Vorsitzender der Karl-Jaspers-Gesellschaft leitet er zudem seit 2013 das Oldenburger Karl-Jaspers-Haus, einen Ort für geisteswissenschaftliche Forschung und den Dialog zwischen Geisteswissenschaften und Öffentlichkeit.

Bormuth studierte Medizin an den Universitäten Marburg und Göttingen und war anschließend als psychiatrischer Assistenzarzt in Frankfurt und Jena tätig. 1995 wechselte er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Institut für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Tübingen. 2001 promovierte er dort mit der medizinethischen Arbeit „Lebensführung in der Moderne. Karl Jaspers und die Psychoanalyse“. Nach Assistentenjahren in Tübingen folgte 2008 die Habilitation mit einer Arbeit zur „Ambivalenz der Freiheit. Suizidales Denken im 20. Jahrhundert“. Als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung lehrte und forschte Bormuth von 2010 bis 2012 an der City University New York (USA) und als Heisenberg-Stipendiat an der Columbia University in New York (USA). 2012 folgte er dem Ruf auf die Heisenberg-Professur für Vergleichende Ideengeschichte am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg.

Bormuths Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle zwischen Geistesgeschichte, Kulturwissenschaften, Philosophie sowie Geschichte und Ethik der Psychiatrie. Unter anderem beschäftigt er sich intensiv mit dem Philosophen Karl Jaspers sowohl aus ideengeschichtlicher wie aus kulturphilosophischer Perspektive. Als vergleichender Ideenwissenschaftler stellt er intellektuelle Biografien in ihren Umständen und Perspektiven nebeneinander und fragt, was die verschiedenen Meinungen und Wahrheiten in den historischen Konstellationen bedeuten. Bormuth hat zahleiche Bücher und Monographien veröffentlicht. Er ist Mitherausgeber der Korrespondenzen Karl Jaspers und des Jahrbuchs der Karl Jaspers-Gesellschaft.

Die 1983 gegründete Dr. Margrit Egnér-Stiftung fördert neue Ideen und besondere Leistungen auf dem Gebiet der anthropologischen und humanistischen Psychologie unter Einschluss der entsprechenden Richtungen der Philosophie und Medizin. Zu den vorangegangenen Preisträgern zählen unter anderem Hans-Georg Gadamer und Jürgen Habermas.

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Prof. Dr. Matthias Bormuth erhält den renommierten Margrit-Egnér-Preis. Foto: David von Becker

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Prof. Dr. Matthias Bormuth, E-Mail:

(Stand: 20.04.2022)