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1. März 2022   037/22    Studium und Lehre / Hochschulpolitik

Erfolgreicher Europäischer Masterstudiengang zu Migration wird weiter gefördert

Neun Partner, drei Kontinente: Universität Oldenburg koordiniert internationales Konsortium

Oldenburg. Mehr als 220 Absolventinnen und Absolventen aus 62 Ländern – das ist nach einem Jahrzehnt die stolze Zwischenbilanz des Studiengangs European Master Migration and Intercultural Relations (Migration und interkulturelle Beziehungen). Das europäische Exzellenzprogramm Erasmus Mundus fördert den von der Universität Oldenburg koordinierten Studiengang nun für fünf weitere Jahre mit rund 5,2 Millionen Euro.

Seit 2011 bietet die Universität Oldenburg das Programm gemeinsam mit vier europäischen, drei afrikanischen und seit diesem Jahr auch zwei indischen Partnerinstitutionen an. Der Masterstudiengang vermittelt Disziplinen-übergreifend Theorien, Konzepte und Methoden im Bereich der Migrationsforschung und ermöglicht es den Studierenden zudem, praktische Erfahrungen zu sammeln. Die Universität Oldenburg ist die einzige niedersächsische Hochschule, die ein solches Masterprogramm koordiniert.

„EMMIR bringt Studierende aus aller Welt nach Oldenburg“, sagt Prof. Dr. Karsten Speck, Vizepräsident für Studium, Lehre und Internationales der Universität. „Wir freuen uns sehr, den Studiengang weiterzuführen und so weiter Studierende auszubilden, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven Fragen zur Migration und den damit zusammenhängenden gesellschaftspolitischen Herausforderungen widmen.“

„Migrationsprozesse haben einen großen Einfluss auf unsere Gesellschaften“, erläutert der für das Projekt verantwortliche Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Martin Butler. „Dank unseres großen internationalen Netzwerks, das Menschen aus sehr unterschiedlichen Regionen und Kontexten zusammenbringt, lernen die Studierenden, das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.“

Der Studiengang, der im Jahr 2019 als einer der ersten in das europäische Register für Qualität in der Hochschullehre aufgenommen und von der Europäischen Kommission als „Erfolgsgeschichte“ und „gutes Praxisbeispiel“ ausgezeichnet wurde, umfasst vier thematische Schwerpunkte, erklärt Dr. Lydia Potts, die das Konsortium koordiniert. „In ihnen geht es unter anderem um Fragen der Konfliktbewältigung und der sozialen Gerechtigkeit, Prozesse der Wissensproduktion oder um Aspekte von Gender und Diversität“. Im Mittelpunkt des Studiums steht die Mobilität der Studierenden selbst: Die Teilnehmenden eines Jahrgangs verbringen das erste Semester gemeinsam in Oldenburg, das zweite gemeinsam an der Universität Stavanger (Norwegen). Daran schließt sich eine Projektphase an, in der die Studierenden individuell ein Modul an einer der neun beteiligten Institutionen wählen. Die Masterarbeit in einem frei gewählten Partnerland im vierten Semester bildet den Abschluss.

Etwa 400 Bewerbungen für den Studiengang gehen jährlich aus aller Welt ein. Die Projektkoordination und die Partnerinstitutionen wählen in einem aufwändigen und sorgfältig abgestimmten Prozess schließlich 30 Studierende aus. Die bisherigen Absolventinnen und Absolventen arbeiten erfolgreich in renommierten internationalen Organisationen, wie dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen oder Ärzte ohne Grenzen, oder in nationalen Regierungsorganisationen.

Für die künftige Förderperiode haben die Verantwortlichen bereits neben dem regulären Programm Sommerschulen sowie Konferenzen im Sudan, in Indien und Oldenburg geplant. Von der Fördersumme fließt gut die Hälfte in insgesamt 84 Vollstipendien für je 24 Monate. Den zweiten Teil der Fördergelder nutzen die Partner, um den Studiengang vor Ort zu realisieren. 120.000 Euro stehen für Studierende mit besonderen Bedürfnissen zur Verfügung.

EMMIR verleiht seit dem ersten Abschlussjahrgang einen sogenannten Joint Degree aller beteiligten Partnerinstitutionen. Damit zählt der Studiengang zu den weltweit exzellenten, transnationalen Masterstudiengängen mit einem Doppel-, Mehrfach- oder gemeinsamen Abschluss (Erasmus Mundus Joint Master Degrees EMJM).  Diese Studienprogramme richten sich an hervorragende Studierende aus der ganzen Welt. Neben den neun Institutionen pflegt das von der Universität Oldenburg koordinierte Programm Austausch mit 34 assoziierten Partnern in 15 Ländern, darunter Universitäten und Forschungszentren, die zu Lehre sowie Forschungsberatung und -betreuung in Bereichen beitragen, die im Konsortium unterrepräsentiert sind. Das EMMIR-Netzwerk umfasst zudem 16 Partner aus der Arbeitswelt, etwa Regierungsorganisationen sowie internationale Organisationen beziehungsweise Nichtregierungsorganisationen.

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Der Erasmus Mundus Studiengang EMMIR wird fortgesetzt. So wie die neunte Kohorte, die im Jahr 2019 startete, werden vier weitere Jahrgänge ihr Studium in Oldenburg beginnen, es in Norwegen fortsetzen und dann zwei Semester in Slowenien, der Tschechischen Republik, Uganda, Südafrika, Sudan oder Indien verbringen - auch mit der Option, nach Oldenburg zurück zu kommen. Foto: Gabriella Mikiewicz

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Dr. Lydia Potts, E-Mail:

(Stand: 20.04.2022)