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2. September 2022   180/22    Wissenschaftliche Tagung

Sonderforschungsbereich: Internationales Symposium zu kleinen Alleskönnern der Meere

90 Fachleute aus mariner Mikrobiologie ab 5. September im Alten Landtag erwartet

Oldenburg. Sie kommen in allen Lebensräumen der Meere vor – von den Tropen bis in die Polarmeere, von der Wasseroberfläche bis in die Tiefsee: die Bakterien der Roseobacter-Gruppe, die in den zurückliegenden gut zwölf Jahren von mehr als 60 Forschenden unter Oldenburger Koordination intensiv und umfassend unter die Lupe genommen wurden. Zum Abschluss der gemeinsamen Arbeit im Transregio-Sonderforschungsbereich (SFB), von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit insgesamt mehr als 27 Millionen Euro unterstützt, treffen sich die Beteiligten aus Oldenburg, Braunschweig, Göttingen und Bonn nun zu einem Symposium, um ihre Ergebnisse untereinander und mit internationalen Fachleuten zu diskutieren. Die von der Universität Oldenburg ausgerichtete wissenschaftliche Konferenz findet am 5. und 6. September im Alten Landtag (Theodor-Tantzen-Platz) statt. Der SFB mit seinen Teilprojekten läuft noch bis Ende des Jahres.

Das breit gefächerte Vorkommen der Roseobacter ist möglich, weil sich diese Gruppe von Meeresbakterien durch eine äußerst große Stoffwechselvielfalt sowie eine hohe sogenannte genetische und genomische Plastizität auszeichnet: Sie können sich an unterschiedliche Wassertemperaturen anpassen – von den Tropen bis zu den Polargebieten, von der Meeresoberfläche bis in die Tiefsee. Zudem leben manche Vertreter auf festen Oberflächen oder in Symbiose mit anderen Meeresorganismen, etwa mit Algen oder wirbellosen Tieren.

Die Ergebnisse des SFB, an dem neben Forschenden des Oldenburger Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) die Universitäten Göttingen und Bonn, die TU Braunschweig sowie das Braunschweiger Leibniz-Institut Deutsche Sammlung für Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ) beteiligt sind, haben die Erkenntnisse über diese Gruppe von Meeresbakterien bedeutend erweitert. Die Forschenden entdeckten viele neue Arten und beschrieben deren Verbreitung und funktionelle Biogeografie in den Weltmeeren erstmals. Zudem helfen die Ergebnisse dabei, die genetische Anpassung dieser Bakteriengruppe an den jeweiligen Lebensraum wesentlich besser zu verstehen.

Weitere neue Erkenntnisse betreffen etwa die Genetik und Genomarchitektur der Roseobacter-Gruppe, die Infektion durch Roseobacter-spezifische Viren, deren intensive Wechselbeziehung zu Mikroalgen und die Bedeutung dieser Gruppe von Meeresbakterien als Quelle für chemische Wirkstoffe und Vitamin B12 in den Weltmeeren. Grundlage für diese neuen Erkenntnisse waren zum einen Arbeiten mit Modellorganismen im Labor, kultiviert unter genau kontrollierten Bedingungen. Zum anderen ermöglichten Expeditionsfahrten mit den Forschungsschiffen „Polarstern“ und „Sonne“ im Südpolarmeer, Atlantik und Pazifik umfangreiche Freilanduntersuchungen.

Ihre bisherigen Erkenntnisse haben die Forschenden des SFB in mehr als 250 wissenschaftlichen Artikeln publiziert, teils in hochrangigen internationalen Zeitschriften. Um gemeinsam über diese Forschung zu diskutieren, werden zum Symposium auch weitere renommierte Fachleute der marinen Mikrobiologie aus den USA, Australien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Tschechischen Republik anreisen.

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Expeditionsfahrten unter anderem mit dem Forschungsschiff „Polarstern“ ermöglichten den Forschenden des SFB „Roseobacter“ umfangreiche Freilanduntersuchungen. Foto: Meinhard Simon/ Universität Oldenburg

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Der Oldenburger Mikrobiologe Prof. Dr. Meinhard Simon ist Sprecher des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereichs (SFB/ Transregio) „Roseobacter". Foto: Universität Oldenburg

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Kontakt

Prof. Dr. Meinhard Simon, SFB-Sprecher, Tel.: 0441/798-5361, E-Mail:

(Stand: 20.04.2022)