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Dreieinhalb Milliarden Jahre Biodiversität:
Bedrohung der Artenvielfalt

Oldenburg. Vom 17. bis 21. September 2001 fand in der Universität Oldenburg die gemeinsame Jahrestagung der "Gesellschaft für Biologische Systematik" und der "Paläontologischen Gesellschaft" statt. An der Tagung mit dem Titel "3,5 Milliarden Jahre Biodiversität" nahmen etwa 300 WissenschaftlerInnen teil.

Unter den Planeten ist die Erde einzigartig. Auf ihr gibt es Leben, und zwar Leben in den verblüffendsten Formen und Funktionsweisen, in den verschiedensten Farben, Tönen, Geräuschen und Düften. Diese Vielfalt bezeichnet man als "Biodiversität". Die Einheiten der Biodiversität sind die Millionen Arten von Lebewesen, die die Erde bevölkern. Beide Gesellschaften vertreten Wissenschaften, die diese Artenvielfalt erforschen.

Leben existiert seit 3,5 Milliarden Jahren und seine ungebrochene Kontinuität trotz einschneidender globaler Katastrophen und Krisen gehört zu den erstaunlichsten Wundern der Erdgeschichte. Der Überlebenstrick heißt Vielfalt. Sie gewährte die nötige Flexibilität, um das Schlimmste zu verhindern. Ohne sie wäre der Faden längst abgerissen. Im Laufe der Erdgeschichte hat die Vielfalt zugenommen, heute ist sie größer denn je.

Die Wissenschaft von der Vielfalt der lebenden Arten ist die biologische Systematik, die Wissenschaft von der Vielfalt der Arten zurückliegender Erdzeitalter ist die Paläontologie. Die heutige Vielfalt kann man nur verstehen, wenn man ihre historischen Wurzeln kennt, andererseits bleibt vergangene Vielfalt unzugänglich ohne Rückschlüsse aus der Gegenwart. Die Fachgesellschaften beider Wissenschaftszweige in Deutschland, die Gesellschaft für Biologische Systematik und die Paläontologische Gesellschaft, treffen sich zum ersten Mal zu einer gemeinsamen Jahrestagung, um die wechselseitigen Bezüge und die Zusammenhänge in den Fragestellungen ihrer beider Wissenschaften zu betonen.

Die Paläontologische Gesellschaft wurde 1913 in Greifswald gegründet und hat momentan 998 Mitglieder. Die Gesellschaft für Biologische Systematik, 1997 in Berlin gegründet, zählt derzeit 467 Mitglieder.

Die Tagung schließt am Freitag mit einer Exkursion auf die Inseln Spiekeroog und Helgoland. Den Tag vorher (Donnerstag, 20. September, 19.00 Uhr) beschließt ein "Japanischer Abend" im Oldenburger Landesmuseum für Natur und Mensch. U.a. hält dort Prof. Dr. Shunsuke F. Mawatari (Hokkaido Universität, Japan) einen Vortrag zum Thema "Die japanisch-deutsche Erforschung der Vielfalt des Lebens".

Nähere Informationen und vollständiges Programm unter

www.uni-oldenburg.de/palbiosys

 

 

Kontakt: Prof. Dr. Horst Kurt Schminke, Tel.: 0441/798-3374,
E-Mail: schminke@uni-oldenburg.de oder Dr. Thomas Glatzel,
Tel.: 04 41/798-3376, E-Mail: thomas.glatzel@uni-oldenburg.de


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