UNI-INFO Erstsemester extra
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Sie kommen aus dem Ausland und be-
ginnen Ihr Studium an der Uni Olden-
burg? Wir unterstützen Sie gerne bei
allen Fragen rund um Ihr neues Leben
und Studium!
Für neue internationale Studierende
organisiert das International Student
Office (ISO) eine internationale Orien-
tierungswoche vom 30. September bis
4. Oktober. Sie erhalten Tipps für das
Alltagsleben sowie Unterstützung bei
Formalitäten und Stundenplanerstellung.
Auch nach Semesterbeginn steht Ihnen
das ISO zur Seite: Ob es um die Auf-
enthaltserlaubnis, Krankenversicherung
oder um Stipendien geht – kommen Sie
zu uns, wir helfen Ihnen gerne weiter.
Willkommen! Welcome!
Unterstützung für internationale Studierende
You‘re an international student and
about to start studying at the University
of Oldenburg?
We’ll happily support you in all issues
of living and studying here!
The International Student Office will
organize an international orientati-
on week that will take place from 30
September to 4 October. This will be a
good opportunity to find new friends,
arrange your time table and get orga-
nized.
The ISO team will be there for you
throughout the whole time of your stay:
Be it your residence permit, your health
insurance or scholarships – come and
see us, we’ll be happy to help.
„In keinem Moment bereut“
Humza Imran Mirza aus Pakistan über seine erste Zeit an der Uni
Humza ImranMirza: „An der Uni ist alles sehr persönlich undman kommt schnell in Kontakt.“
Humza Imran Mirza (21 Jahre) studiert
Engineering Physics. Im Interview be-
richtet er über seine Erfahrungen an
der Uni und warum er von Pakistan
nach Oldenburg kam.
UNI-INFO extra: Humza, Sie sind jetzt
seit einem halben Jahr in Deutschland
und sprechen schon sehr gut deutsch.
Wann haben Sie sich entschieden, in
Deutschland zu studieren?
MIRZA: Schon 2010 wusste ich, dass
ich gerne in Deutschland studieren
möchte. Das lag auch daran, dass ich
Verwandte in Heidelberg habe und dort
oft in den Ferien zu Besuch war. Da-
durch hatte ich schon vorher ein Gefühl
für die Sprache und die Kultur.
UNI-INFO extra: Wie wurde Ihr Ent-
schluss von Freunden und Bekannten
aufgenommen?
MIRZA: Am Anfang haben mich sehr
viele Leute in Pakistan gefragt, warum
ich Deutsch lerne – das macht dort fast
niemand, eher lernt man Französisch.
Aber ich habe mich immer schon für
Europa und besonders für die Geschich-
te und Literatur in Deutschland inte-
ressiert. „Angesteckt“ wurde ich durch
meine Verwandten in Deutschland. Da
war es für mich schnell klar, dass ich
auch die Sprache können möchte.
UNI-INFO extra: Wie haben Sie sich
auf den Aufenthalt hier vorbereitet?
MIRZA: Bereits in meiner Heimatstadt
Karatschi habe ich Deutsch gelernt –
ein wenig in der Schule, viel zu Hause
– und dann noch mal sehr intensiv am
dortigen Goethe-Institut. Dort habe ich
zuerst einen Anfängerkurs besucht.
Das reichte mir nicht. Von Anfang an
war mein Ziel, möglichst gut Deutsch
zu lernen, bevor ich nach Deutschland
gehe. Deshalb habe ich mich direkt
für den B2-Kurs angemeldet und ihn
nach anfänglicher Skepsis der Lehrer
tatsächlich bestanden.
UNI-INFO extra: Warum haben Sie
sich gerade für die Uni Oldenburg ent-
schieden?
MIRZA: Ursprünglich wollte ich an
einer Uni in Süddeutschland studieren.
Ich habe mich in Kaiserslautern und
Karlsruhe für einen Studienplatz bewor-
ben. Doch dort hätte ich noch ein Seme-
ster auf eine Zulassung warten müssen.
Aber ich wollte keine Zeit verlieren und
habe mich zusätzlich in Oldenburg be-
worben. Hier ging alles sehr schnell: Ich
bekam direkt eine Zusage für den Stu-
diengang Engineering Physics. Da ich
noch nie in Norddeutschland war, sah
ich es gewissermaßen als einen Wink
des Schicksals an, dort hinzugehen.
Bereut habe ich es in keinem Moment.
UNI-INFO extra: Warum?
MIRZA: An Oldenburg gefällt mir
wirklich alles. Die Stadt ist überschau-
bar und die Leute sind freundlich. An
der Uni ist alles sehr persönlich und
man kommt schnell in Kontakt. Auch
die Ansprechpartner des ISO haben mir
sehr geholfen, mich zurechtzufinden.
Dort steht die Tür wirklich immer of-
fen. Durch die Angebote der Fachschaft
und der Uni-Lotsen habe ich schnell
Kontakt zu anderen internationalen
und deutschen Studierenden aufgebaut.
UNI-INFO extra: Was gefällt Ihnen
besonders an der Uni?
MIRZA: Die Wege hier sind kurz, der
Kontakt zu Professoren und Tutoren ist
einfach. Da gibt es in Pakistan schon ein
bisschen mehr Distanz. Anfangs war es
neu für mich, dass man an der Uni alles
selbst organisieren muss, das erfordert
ein hohes Maß an Einsatz und Begeis-
terung. Aber genau das gefällt mir auch.
UNI-INFO extra: Was ist der größte
kulturelle Unterschied zwischen Paki-
stan und Deutschland?
MIRZA: Was viele Leute nicht wis-
sen: In Pakistan haben wir in vielen
Bereichen ein britisches System, zum
Beispiel in der Schule und an den Uni-
versitäten. Die pakistanische Kultur hin-
gegen ist stark amerikanisch geprägt.
Die politischen Beziehungen zu den USA
sind sehr eng, und das macht sich auch
in der Kultur bemerkbar. Ein weiterer
großer Unterschied ist, dass Pakistan in
vielen Bereichen noch ein Entwicklungs-
land ist. Das liegt auch an der geopoli-
tischen Situation. Die Umstände im be-
nachbarten Afghanistan und der Kampf
gegen den Terrorismus haben über Jahre
die politische und wirtschaftliche Situa-
tion stark beeinflusst und eingeschränkt.
Erst jetzt, wo sich die Lage ein wenig
entspannt, rückt die Innenpolitik wieder
stärker in den Fokus.
UNI-INFO extra: Kulinarisch ist
Deutschland ja auch ganz anderes als
Pakistan. Vermissen Sie das pakista-
nische Essen?
MIRZA: Ein bisschen, aber ich mag
auch deutsches Essen. Mir schmeckt
es in der Mensa und Grünkohl habe
ich schon mal probiert, das war sehr
interessant. Und Ostfriesentee, der hat
mir sehr gut geschmeckt. Schwarzer
Tee ist auch typisch für Pakistan – eine
Gemeinsamkeit.
UNI-INFO extra: Wie wohnen Sie in
Oldenburg?
MIRZA: In den ersten Monaten habe
ich in Bremen gewohnt, da ich hier kei-
nen Wohnheimplatz bekommen habe.
Jetzt wohne ich hier in einem Studen-
tenwohnheim. Und das Beste: Ich habe
einen super Mitbewohner.
UNI-INFO extra: Was machen Sie in
Ihrer Freizeit?
MIRZA: Ich unternehme viel mit ande-
ren Studierenden. Das Semesterticket
ist super. So etwas gibt es bei uns nicht.
Damit ist es so einfach, Norddeutsch-
land zu erkunden. Und amWochenende
gibt es hier immer nette Partys. Das
gefällt mir sehr, denn ich liebe es, in
Klubs zu gehen.
Interview: Felicitas Kruke
überraschte. Andererseits hat sie viele
internationale Studierende kennen
gelernt, Freundschaften geknüpft –
unter anderem zu Studierenden aus
Saudi Arabien. „Ich war verwundert,
wie offen sie waren. Sie haben mich
zum Essen eingeladen. Wir tranken
arabischen Kaffee und Ingwer-Tee
am Lagerfeuer, haben gemeinsam
Musik gemacht und Ausflüge zu-
sammen unternommen. Ein Besuch
bei ihnen zu Hause steht noch aus.“
Erfahrungen, die die Studentin nicht
missen möchte.
Doch wie funktioniert das Einleben
an einer amerikanischen Univer-
sität? „Ziemlich gut“, erzählt Ka-
tharina. Der Grund: ein spezielles
„Buddy-Programm“. Jede Austausch-
StudentIn bekommt einen „Buddy“
zugeteilt, einen Ansprechpartner,
der Orientierung gibt und durch den
amerikanischen Studienalltag hilft.
Im „Buddy-Programm“ machten
sie Ausflüge nach Washington, an
Halloween ging es in einen großen
Vergnügungspark. Die ideale Gele-
genheit, die anderen internationalen
Studierenden kennen zu lernen.
Ein „Buddy-Programm“ gibt es mitt-
lerweile auch an der Uni Oldenburg.
Das Institut für Anglistik und Ameri-
kanistik rief es ins Leben, jetzt ist es
am ISO angesiedelt. Katharina koor-
diniert das Programm. Sie ist immer
auf der Suche nach neuen „Buddys“.
„Sicherlich ist es von Vorteil, wenn
man weiß, wie sich ein Auslandsse-
mester ,anfühlt’, um ein guter Buddy
zu sein. Aber das Buddy-Programm
ist auch die ideale Vorbereitung für
den zukünftigen Auslandsaufenthalt“,
erklärt Kathrina. Schließlich wisse
man dann, welche Erwartungen die
internationalen Studierenden haben,
was auf einen zu komme. Und über-
haupt gilt auch für das Buddy Pro-
gramm der Uni Oldenburg: „Einfach
machen.“ (tk)
„Einfach machen“
Ein Auslandssemester bleibt oft unvergessen
„Machen! Machen! Machen! Auf
jeden Fall! Machen!“ Das ist der
Ratschlag, den Katharina Bieloch
allen mit auf den Weg gibt, die über
ein Auslandssemester nachdenken.
„Ein Auslandssemester bereichert
ungemein. Die Erlebnisse und Er-
fahrungen sind unersetzlich“, sagt die
Masterstudentin der Amerikanistik.
Im vergangenen Wintersemester be-
suchte sie die Longwood University
in Virgina – eine Partneruniversität
der Uni Oldenburg. Katharina war die
zweite GaststudentIn aus Oldenburg,
die dort für drei Monate studierte.
„Für mich war immer klar, dass ich
ein Auslandssemester machen möch-
te. Ich wollte College-Leben in Ame-
rika erleben“.
Doch bevor es soweit war, musste
Katharina einen Berg an Formalien
überwinden. „Es ist nicht zu unter-
schätzen, wie viel Papierkram da zu
erledigen ist: Versicherungen, Visum,
spezielle Zertifikate – alles muss
beantragt werden. Seitenweise For-
mulare.“ Das International Student
Office (ISO) half bei der Organisa-
tion. In Beratungsgesprächen bekam
Katharina einen Leitfaden an die
Hand – über die Schritte, die für ein
Auslandssemester in den Vereinigten
Staaten notwendig sind. Insgesamt
haben sich die Vorbereitungen über
knapp acht Monate erstreckt.
Und dann war es soweit. Kathari-
na stieg in den Flieger und trat ihr
Auslandssemester an. Und landete
direkt im Kulturschock? „So kann
man es sagen“, lacht die 28-Jährige.
„Ich kannte die USA schon durch
einige Reisen. Aber dort zu studieren,
den Alltag dort zu verbringen, das ist
ganz anders. Das hätte ich so nicht
vermutet.“
Die amerikanischen Studierenden
seien zwar sehr zugänglich – waren
aber letztendlich nicht so verbind-
lich, wie sie es erwartet hatte. Das
Sammelte im Ausland unersetzliche Erfahrungen: Katharina Bieloch.
Fremdsprachen lernen sich leichter
dort, wo sie gesprochen und gelebt wer-
den. Wer kann schon behaupten, er habe
auf Englisch, Arabisch, Russisch gelebt,
studiert, geträumt, vielleicht geliebt?
Interkulturelle Erfahrungen berei-
chern! Sowohl persönlich als auch be-
ruflich. Und sie machen Spaß!
Enjoy the Erasmus-Experience.
Vernetzung total! Freunde überall.
Jobchancen erhöhen – bei vielen Un-
ternehmen sind Auslandserfahrungen
ein wichtiges Einstellungskriterium.
Blick über den fachlichen Tellerrand.
Du hast die Wahl: 213 Partnerunis
weltweit.
Auslands-BAföG und Stipendienpro-
gramme öffnen Türen!
Raus aus Deutschland, weg von zu
Hause.
„Same same but different“ – Viele
Wege führen zum Ziel!
Das Team vom International Student
Office (ISO) berät gern zu allen Fragen
rund um das Thema Auslandssemester.
Ab ins Ausland – Zehn gute Gründe
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